Wanderspass für die ganze Familie

Der Füxliweg

Wohin geht man, wenn man mit vier Generationen gleichzeitig auf Wandertour möchte? Vor dieser Frage standen wir mit unserer Familie diesen Sommer. Da waren einerseits die Grosseltern, schon über 80, aber noch gut zu Fuss, dann die «Mittelalterlichen» und die Jungen, die sich auf einer Kinderwagenwanderung eher langweilen würden, und dann natürlich die ganz Kleinen, die mit ihren kurzen Beinen noch nicht so weit kommen oder noch in der Rückentrage sitzen. Wir entschieden uns für den «Füxliweg» in Tschiertschen. Eine hervorragende Wahl, wie sich am Ende des Wandertages herausstellen sollte. Hier kommen wirklich alle Generationen auf ihre Kosten!

Von Seraina Bertschinger

14 abwechslungsreiche Posten für Gross und Klein

Der Füxliweg beginnt von Anfang an idyllisch. Nachdem man den wilden Urdenbach über eine Holzbrücke überquert hat, kommt man bereits zum ersten Posten: ein idyllischer Weier mit Wasserspielstation und Feuerstelle. Die Herausforderung besteht nun darin, den Nachwuchs davon zu überzeugen, dass jetzt noch keine Picknickpause angesagt ist. Zuerst wollen ja die 13 anderen Posten entdeckt sein. Hat man dies geschafft, geht es auf einem schmalen Weglein durchs Ruchtobel hinauf. Auf dem zwei Kilometer kurzen Rundweg sind rund 270 Höhenmeter zu überwinden. Diese «absolviert» man gleich zu Beginn, was den Kleinen etwas an Ausdauer abverlangt. Während des Aufstiegs werden sie jedoch immer wieder mit tollen Spiel- und Entdeckungsstationen belohnt. Während die Kinder dort etwas Neues entdecken, verschnaufen die Älteren. Und genau deshalb ist der «Füxliweg» ideal für ein Generationen-Ausflug.  

Ein Hexenhüttli mitten im Wald

Kurz bevor man den höchsten Punkt der Rundwanderung erreicht hat, kommt man mitten im Wald an einem verwunschenen «Hexenhüttli» vorbei. Wer hier wohl wohnt? Wir rätseln und versuchen einen Blick ins Innere des verwitterten Häuschens, das wahrscheinlich als Jagdhütte benutzt wird, zu erhaschen. Kurz darauf sind die Höhenmeter überwunden, der Weg kehrt und führt als schmaler Pfad durch den Wald. Die Kinder sind begeistert, ziehen ihre Schuhe aus und rennen wie Heidi und Peter über dem weichen Waldboden.

Lärm machen erwünscht

An einigen Spielstationen kann «Musik» gemacht werden, was sowohl die Kleinen wie auch die Grossen dazu animiert, für einmal so richtig Lärm zu machen. Es stört ja niemanden mitten im Wald. Fuchs und Hase haben sich wohl längstens an die ungewöhnlichen Töne in ihrem Revier gewöhnt. Ein weiteres Highlight ist der Posten mit dem Geräusche-Memorie. Jeder der Chromstahlkessel ist mit einem anderen Material gefüllt. Nun gilt es immer die zwei Kessel, die dasselbe Geräusch verursachen, einander zuzuordnen. Knifflig und ein grosser Spass für alle. Nach dem Barfussweg geht es auf einer breiten Forststrasse gemütlich wieder in Richtung Ausgangspunkt. Schliesslich erreicht man das «Fuxäbödeli», wo es einen schönen Picknickplatz mit Tischen, Bänken und Feuerstelle hat. Von dort aus geniesst man einen tollen Blick aufs Dorf Tschiertschen, welches 2020 zum schönsten Bündner Bergdorf gewählt wurde.

Wer jedoch kleine Kinder dabei hat, wird hier nicht unbedingt entspannt picknicken können, da es an zwei Seiten der Waldlichtung steil nach unten geht. Auch war es uns an diesem kühlen Sommertag zu windig, weshalb wir auch noch den letzten Abschnitt des «Füxliweges» in Angriff nahmen, um zum ersten Picknickplatz am kleinen See zurückzugelangen. Auf dem letzten Wegstück wird man von liebevollen kleinen Holzhüttchen begleitet. In jeder kleinen Hütte «wohnt» eine andere Pilzfamilie. Familie Steinpilz & Co. motiviert die Jungmannschaft somit nochmals zu Höchstleistungen, und als wir schliesslich wieder beim Ausgangspunkt sind, können es alle kaum erwarten, bis die Würste vom Feuer schön knusprig an den Stecken brutzeln. Als weitere «Belohnung» wartet danach noch der schöne Spielplatz Eingangs Dorf, wo die Kinder auch noch den letzten Rest an Energie loswerden können, während die Erwachsenen auf den gemütlichen Ruhebänken die tolle Aussicht aufs Schanfigg geniessen. Wir alle waren uns einig: Der «Füxliweg» ist ein echter Gemeimtipp, der man unbedingt entdecken sollte.

Wissenwertes

Der «Füxliweg» kann ab dem Frühling bis in den Spätherbst hinein begangen werden. Gutes Schuhwerk ist unbedingt notwendig, da der Aufstieg dem Urdenbach entlang auf einem steilen Wanderpfad erfolgt. Da der Weg zum grossen Teil im Wald liegt, eignet sich diese Wanderung auch besonders gut an heissen Sommertagen. Unterwegs haben die Kinder immer wieder die Möglichkeit, das Element Wasser spielerisch zu entdecken. Deshalb empfiehlt es sich ein Satz Ersatzkleider und trockene Socken mitzunehmen. Es gibt zwei gut eingerichtete Feuerstellen: Gleich am Anfang (bzw. am Ende) sowie eine auf dem Rückweg nach dem letzten Posten. Derzeit gibt es im Dorf von Tschiertschen nur ein geöffnetes Restaurant, das «Edelweiss». Dort bekommt man währschaftes Essen und immer am Freitag und Samstag gibt es auch Pizza (Dienstag ist Ruhetag).

Seraina Bertschinger
Seraina Bertschinger

Seraina Bertschinger ist auf der Lenzerheide aufgewachsen und wohnt heute in Felsberg. Mit ihrer Familie entdeckt sie die Bündner Bergwelt ständig neu.

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